Islandhengstschau in Unterbronnen 2022

Am Ostermontag ist Hengstschau in Unterbronnen – nach zwei Jahren Corona-bedingter Pause trafen sich heuer am 18. April so viele interessierte Zuschauer auf dem Hügel an der langen Seite der Ovalbahn, dass kaum noch ein Platz zu ergattern war. 18 Hengste wurden vorgestellt, 17 unter dem Sattel, einer an der Hand. Die meisten Pferde wurden von Thorsten und Vanessa Reisinger geritten, einige Hengstbesitzer waren von außerhalb mit ihren Tieren angereist. Andrea Christl versorgte am Mikrofon die Zuschauer mit vielen Informationen zum jeweiligen Hengst. In der Reithalle war wieder ein reichhaltiges Kuchenbuffet aufgebaut; die beiden Kusinen Judith und Maria backten frische Waffeln gegen eine Spende für die Menschen in der Ukraine.

Das Wetter hätte nicht schöner sein können; sonnig, nicht wirklich warm und ziemlich windig, gerade so, wie es unseren Islandpferden gefällt.

Den Anfang machte Thorsten mit „Sómi frá Hólabaki“ (FIZO 8,43; V: Ómur frá Kvistum, B: Carolin Winter und Thorsten Reisinger). Der 12-jährige Fuchsfalbe bestach vor allem durch seinen hochweiten, akzentuierten Tölt in allen Tempi.

Alina Frank stellte ihren 7-jährige Rappen „Áki frá Ásmundarstöðum 3“ (V: Adam frá Ásmundarstöðum, B: Alina Frank) im fließenden Tölt und mit geschmeidigen Grundgangarten vor.

Thorsten präsentierte anschließend „Mökkur frá Varmalæk“, einen ebenfalls 7-jähriger Rappen (FIZO 7,80; V: Nátthrafn frá Varmalæk, B: Carolin Winter und Thorsten Reisinger), der sehr viel Tölt und eine eindrucksvolle Vorhandmechanik in allen Gängen zeigte.

Leikur frá Bjarghúsum“, ein 11-jähriger Fahlrappe (FIZO 8,09; V: Leiknir frá Vakurstöðum, B: Stephanie Brassel) überzeugte mit Vanessa in vier Gängen. Der Hengst wird auch auf Turnieren erfolgreich vorgestellt.

Als Hingucker erwies sich „Smári frá Strandarhjáleigu“, 10-jährig, Fuchs, Blesse, viel helles Langhaar (FIZO 8,35; V: Skýr frá Skálakoti, B: Carolin Winter und Thorsten Reisinger). Er zeigte unter Thorsten einen ausgesprochen ausdrucksvollen Tölt, absolut solide, raumgreifende Grundgangarten und auf der Geraden neben der Ovalbahn schnellen, sicheren Pass.

Marleen Stühler vom Gestüt Lindenhöhe hatte einen jungen Hengst dabei, den 6-jährigen Rappen „Muninn vom Lindichwald“ (V: Oðinn vom Habichtswald, MV: Dökkvi frá Mosfelli, Z.u.B: Kristina Grunert). Er verfügt über viel Bewegungspotential und soll nächstes Jahr in der FIZO-Prüfung vorgestellt werden.

Ihm folgte Thorsten mit einem bereits bewährten Hengst, dem 11-jährigen Mausfalben „Örn frá Stóra-Hofi“ (FIZO 8,30; V: Sær frá Bakkakoti, B: Wiebke und Benjamin Martens). Er beeindruckte durch sein Erscheinungsbild und seine eindrucksvollen, raumgreifenden, schnellen vier Gänge.

 

Lena Christl kam mit ihrem „Tór frá Auðsholtshjáleigu“ (FIZO 8,18; V: Sveinn-Hervar frá Þúfu í Landeyjum), mit dem sie in den Bundeskader Junger Reiter berufen wurde. Auch Tölt mit Zügelüberstreichen absolvierte der inzwischen 20-jährige Rappe frisch, taktsicher und absolut souverän.

Valgarð frá Kirkjubæ“, ein 10-jähriger Fuchs (FIZO 8,70; V: Sjóður frá Kirkjubæ, B: Marsha Wettlaufer) zeigte unter Thorsten, dass seine hohe Bewertung durchaus gerechtfertigt ist: schnelle, weite, große Bewegungen in allen Gängen – im fliegenden Pass verließ er die Bahn.

An der Hand vorgestellt wurde der 17-jährige, erdfarbene „Frosti frá Kvistum“ (FIZO 7,76; V: Orri frá Þúfu í Landeyjum, B: Sonja Enzelberger), der mit seinem Isabell-Hintergrund Farbe in die Zucht bringt.

Der 16-jährige Rappe „Dynjandi frá Íbishóli“ (FIZO 7,89; V: Fengur frá Sauðárkróki) wurde von seiner jungen Besitzerin Rosalie Heller viergängig vorgestellt. Er hat bereits etliche Turniererfolge aufzuweisen.

Der nächste Programmpunkt war ein auffallender und immer wieder bewunderter Vertreter im Hengstlot, der inzwischen 11-jährige Fuchsschecke „Álfur vom Pfaffenbuck II“ (FIZO 8,30; V: Álfasteinn frá Selfossi, B: Alexandra Rahier). Kraftvoll und sicher präsentierte er sich unter Thorsten in allen 5 Gängen.

Anschließend kam Anna Bleicher vom nahegelegenen Bautzenhof mit ihrem 10-jährigen Rappen „Huldar frá Hoftúni“ (V: Auður frá Lundum II), der bisher in Österreich auf Turnieren vorgestellt worden ist.

Spaði frá Barkastöðum“, ein mächtiger, 9-jähriger Rappe, Weltmeister der 6-jährigen auf der WM 2019 in Berlin mit der FIZO-Note 8,68 (V: Orri frá Þúfu í Landeyjum; B: Stephanie Brassel) zeigte mit Thorsten sein ganzes eindrucksvolles Gangpotential. Auch er verließ die Bahn im fliegenden Pass.

Marleen Stühler hatte noch einen zweiten Hengst mitgebracht, ihren 14-jährigen, mausgrauen „Helgi vom Berghof“ (FIZO 8,30; V: Selur vom Lipperthof). Helgi, sehr erfolgreich im Turniersport, zeigte sicheren Tölt in allen Tempi und seinen starken Trab mit hochweiten, extremen Bewegungen.

Ein weiterer, außergewöhnlich ausdrucksvoller Viergänger, turniererprobt unter Thorsten in der obersten Leistungsklasse, ist der 12-jährige Rappe „Ari frá Stóra-Hofi“ (FIZO 8,33; V: Þytur frá Neðra-Seli, B: Madeline Krauß).

Der vorletzte Startplatz gehörte Vanessa und ihrem „Spuni vom Pfaffenbuck II“, (FIZO 8,21; V: Safír frá Viðvík, Z.u.B: Pfaffenbuck GbR). Der 14-jährige Spuni ist ein imposanter Mausgrauer mit absolut gleichmäßiger Veranlagung in allen 5 Gängen und wird sehr erfolgreich auf Turnieren in Tölt- und Gang-Prüfungen vorgestellt.

Auch heuer wieder Schlusspunkt dieser beeindruckenden, informativen Hengstschau auf dem Gestüt Pfaffenbuck II war er: „Svaði frá Hólum“, Vize-Weltmeister der 6-jährigen auf der WM 2015 in Herning mit der FIZO-Note 8,63; (V: Álfur frá Selfossi, B: Carolin Winter und Thorsten Reisinger). Souverän in allen 5 Gängen bildete der imposante, 13-jährige Rapphengst unter Thorsten den krönenden Abschluss auf der Ovalbahn in Unterbronnen.

Andrea Christl wies am Ende der Hengstschau darauf hin, dass über das Gestüt Pfaffenbuck II neben etlichen der gezeigten Pferde noch einige andere, hochgeprüfte Islandhengste in der Künstlichen Besamung angeboten werden. Für nähere Informationen stehen Thorsten und Vanessa Reisinger zur Verfügung.

Dank des angenehmen Wetters blieben noch viele Zuschauer eine Weile da und tauschten ihre Meinungen über die verschiedenen Hengste aus. Es war einfach schön, sich nach zwei Jahren wieder „in Natura“ zu treffen und miteinander über unsere Islandpferde zu diskutieren.

Bericht: Julia Schlögel

Fotos: Michaela Münch

 

 

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