Islandhengstschau in Unterbronnen 2019

Am Ostermontag ist Hengstschau in Unterbronnen – dieser Termin hat inzwischen Tradition und ist bei vielen Freunden des Islandpferdes fest im Kalender verankert.

So war am 22. April der Zuschauerhügel an der langen Seite der Ovalbahn sehr gut besetzt. Manche Besucher reisten mehrere hundert Kilometer an um die Hengste auf dem Gestüt Pfaffenbuck II zu sehen und natürlich auch mit den anderen Zuschauern zu fachsimpeln. Die Familien von Thorsten und Jochen Reisinger hatten die Veranstaltung perfekt geplant und vorbereitet. Ein Kompliment an die Gestaltung des Programms: es grenzt nahezu an die Quadratur des Kreises, mit 3 Reitern (Thorsten und Vanessa Reisinger und Hafsteinn aus Island) 20 Programmpunkte zusammenzustellen, so dass möglichst immer ein Pferd auf der Ovalbahn zu sehen ist und jedes Pferd vor seinem Auftritt noch kurz abgeritten werden kann. Auch in diesem Jahr stellte Horst Habicht fachkundig und versehen mit einigen persönlichen Kommentaren die jeweiligen Pferde vor. In der Reithalle gab es wieder frische Waffeln, Kaffee und ein vielseitiges Kuchenbuffet.

Das Wetter war heuer keine Zitterpartie: warm, sonnig, teilweise etwas windig, für viele schon T-Shirt-tauglich.

Zwei Söhne des „Þróttur frá Hvalnesi“, einem der Stammhengste des Gestüts Pfaffenbuck II,  eröffneten die Schau: der 7-jährige Rappe „Þeyr“ (FIZO 8,02; Z.u.B: Pfaffenbuck GbR) und der 6-jährige Fuchs „Þórarinn“ (FIZO 7,72; Z.u.B: Pfaffenbuck GbR). Beide zeigten fließenden Tölt und geschmeidige Grundgangarten.

„Leikur frá Bjarghúsum“, ein 8-jähriger Rappe (FIZO 8,09; V: Leiknir frá Vakurstöðum, B: Stephanie Brassel) präsentierte sich mit gleichmäßigen 4 Gängen.

Der 13-jährige 4-Gänger „Dynjandi frá Íbishóli“ (FIZO 7,89; V: Fengur frá Sauðárkróki, B: Ladina Sigurbjörnsson-Foppa) hat bereits etliche Turniererfolge aufzuweisen.

Ihm folgte ein weiterer 4-Gänger, der inzwischen 16-jährige Fuchs „Hugleikur frá Galtanesi“ (FIZO 8,19; V: Andvari frá Ey I). Er wird von Thorsten sehr erfolgreich im Sport geritten und bestach mit hochweiten Bewegungen in den Grundgangarten und ausdrucksvollem Tölt in allen Tempi.

„Djákni frá Skriðu“ (FIZO 8,22; V: Móli frá Skriðu), ein 11-jähriger Fuchshengst wurde von seiner Besitzerin Katja Honnefeller in allen 5 Gängen vorgestellt.

Der nächste Programmpunkt war, wenn alles klappt, eine Vorschau auf die WM im August in Berlin. Zwei 5-jährige, vielversprechende Scheckhengste aus Island bildeten die Vorhut für ihren Vater, den Rappschecken „Nói frá Stóra-Hofi“ (FIZO 8,67; als 4-jähriger mit 8,51 Landsmot-Sieger seiner Altersklasse, V: Illingur frá Toftum). Nói läuft in Island die Qualifikation für die WM und steht den Züchtern ab August auf dem Gestüt Pfaffenbuck II zur Verfügung. Die beiden jungen Hengste sind der Fuchsschecke „Níels frá Stóra-Hofi“ (B: Fam. Martens) und der großrahmige, beeindruckende Rappschecke „Krókur frá Stóra-Hofi“ (B: Jörg Schaedler), der zwei Wochen später Gesamtsieger auf der FIZO 2019 am Vorsenzhof mit der Endnote 8,39 wurde.

An dieser Stelle muss kurz eine Stute erwähnt werden, die auf dieser Hengstschau eine bedeutende Rolle spielt. Es geht um die heute 18-jährige „Örk frá Stóra-Hofi“, Zuchtstute in Island, selbst FIZO-geprüft, viergängig mit der Gesamtnote 8,27. Örk hat bis jetzt 12 Fohlen, von denen die 7 älteren alle ebenfalls FIZO-geprüft sind. 6 von ihnen haben eine Endnote von teilweise weit über 8,0. Ihr Nachkomme mit der bislang höchsten Note ist der bereits genannte „Nói frá Stóra-Hofi“, ein weiterer folgt jetzt:

„Örn frá Stóra-Hofi“ (FIZO 8,30; V: Sær frá Bakkakoti, B: Fam. Martens), 8 Jahre alt, mausgrau, beeindruckte durch sein Erscheinungsbild und seine eindrucksvollen, raumgreifenden, schnellen fünf Gänge.

Nächster war „Hamar vom Lipperthof“, ein 7-jähriger Rapphengst (FIZO 4-gängig 7,92; V: Trúr von Wetsinghe, Z.u.B: Steffi Pogany-Amand), der sich mit sehr viel ausdrucksstarkem Tölt präsentierte, für den er am Vorsenzhof die Note 9 erhielt.

Der mächtige Schimmelhengst „Hrímnir frá Hrafnagili“ (V: Hrymur frá Hofi) wurde auf der FIZO 4-jährig in Island nur in der Exterieurbewertung vorgestellt und erhielt hier die Note 8,48. Er zeigte mit seinen 5 Jahren bereits alle Gänge und begeisterte die Zuschauer mit Präsenz, raumgreifendem Gangvermögen und ganz viel Behang.

Anschließend folgte ein weiterer Nachkomme des „Þróttur frá Hvalnesi“, der 6-jährige Rappe „Þórður vom Pfaffenbuck II“ (Z.u.B: Pfaffenbuck GbR), vorgestellt mit gleichmäßigen Grundgangarten und fließendem Tölt in verschiedenen Tempi.

Auch der 9-jährige Rappe „Ari frá Stóra-Hofi“ (FIZO 8,27; V: Þytur frá Neðra-Seli, B: Madeline Kraus) stammt von der erfolgreichen Stute „Örk frá Stóra-Hofi“. Er wird sehr erfolgreich in Tölt- und 4-Gang-Prüfungen geritten.

Der inzwischen 12-jährige Rapphengst „Sleipnir vom Pfaffenbuck“ (FIZO 8,06, V: Safír frá Viðvík, Z.u.B: Pfaffenbuck GbR) präsentierte sich mit großen Bewegungen in allen 5 Gängen. Sleipnir wurde hauptsächlich im Turniersport eingesetzt, seine Nachkommen kann man nahezu an einer Hand abzählen. Zwei von ihnen wurden unter dem Sattel vorgestellt: die beiden 5-jährigen, noch wenig gerittenen Rappwallache (Z: Manfred Heß) zeigten eine überragende Gangveranlagung, einer der beiden erhielt von den Zuschauern begeisterten Szenenapplaus. Vielleicht steckt in Sleipnir wesentlich mehr, als man ihm zugetraut hat?

Der nächste Programmpunkt ist bekannter und immer wieder bewunderter Vertreter im Hengstlot, der auffällige 8-jährige Fuchsschecke „Álfur vom Pfaffenbuck II“ (FIZO 8,30; V: Álfasteinn frá Selfossi, B: Alexandra Rahier). Kraftvoll und sicher präsentierte ihn Thorsten in allen 5 Gängen. Es war wohl die dritte oder vierte Hengstschau in Unterbronnen, für Álfur, genau wie für Örn und Ari und an diesen drei Hengsten konnten die Zuschauer deutlich sehen, dass die Entwicklung eines Pferdes natürlich die entsprechende Ausbildung, vor allem aber auch Zeit und Geduld braucht.

Es folgte wieder ein Rapphengst, der 6-jährige „Þrúður vom Pfaffenbuck II“ (FIZO 7,84; V: Þróttur frá Hvalnesi, Z.u.B: Pfaffenbuck GbR) mit gleichmäßigen 5 Gängen.

Der 9-jährige Fuchsfalbe „Sómi frá Hólabaki“, (FIZO 8,43; V: Ómur frá Kvistum, B: Carolin Winter und Thorsten Reisinger) bestach durch eindrucksvolles Gangvermögen, vor allem durch seinen hochweiten, fließenden, akzentuierten Tölt.

Der vorletzte Startplatz gehörte Vanessa und ihrem „Spuni vom Pfaffenbuck II“, (FIZO 8,21; V: Safír frá Viðvík, Z.u.B: Pfaffenbuck GbR). Der 11-jährige Spuni ist ein imposanter Mausgrauer mit absolut gleichmäßiger Veranlagung in allen 5 Gängen und wird, ebenso wie Sómi, sehr erfolgreich auf Turnieren in Tölt- und Gang-Prüfungen vorgestellt.

Einen der absoluten Höhepunkte dieser sehr beeindruckenden, informativen Hengstschau hatte sich Thorsten für den Schluss aufgehoben: „Svaði frá Hólum“ (FIZO 8,63; Vize-Weltmeister Zucht auf der WM 2015 in Herning, B: Carolin Winter und Thorsten Reisinger). Souverän in allen 5 Gängen bildete der imposante Rapphengst einen krönenden Abschluss auf der Ovalbahn in Unterbronnen.

Julia Schlögel

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