Islandhengstschau in Unterbronnen 2018

 

2. April 2018 – Ostermontag:

Inzwischen ist sie schon Tradition, die Vorstellung von Islandhengsten am Ostermontag auf dem Gestüt Pfaffenbuck II bei den Familien von Thorsten und Jochen Reisinger in Unterbronnen. Immer eine Zitterpartie, das Wetter. Kämpften die Reiter und Pferde im letzten Jahr mit Wasser von allen Seiten, wurden sie heuer von der Sonne, angenehmen Temperaturen und einer Brise Wind verwöhnt. Viele Zuschauer hatten den Weg nach Unterbronnen gefunden und verfolgten die Vorführungen der Hengste vom Zuschauerhügel neben der Ovalbahn aus. Sie bekamen eindrucksvolle Bilder, fachkundig kommentiert von Horst Habicht, zu sehen.

Es ist ein Kunstwerk, 21 Programmteile mit nur ganz wenigen Reitern in einen Ablauf zu bringen, der einerseits das Programm in Themenschwerpunkte gliedert und andererseits möglichst immer mindestens ein Pferd in der Bahn sicherstellt.

Den Anfang machten Thorstens Töchter mit dem 26-jährigen Braunfalbschecken „Hilmir frá Sauðárkróki“ (FIZO 8,34; V: Ófeigur frá Flugumýri, B: Pfaffenbuck GbR), geritten von der 6-jährigen Maria und zu Beginn geführt von ihrer älteren Schwester Johanna. Souverän drehte Hilmir, von dem es nicht nur auf dem Gestüt Pfaffenbuck II sehr viele talentierte Pferde, darunter auch etliche Rennpasser gibt, seine Runden im Tölt. Schon als 4-jähriger 1996 fiel er auf dem Landsmot in Island durch seinen sicheren, schnellen Pass auf.

Hilmir frá Sauðárkróki mit Maria

Thorsten stellte einige Hengste vor, mit denen er erfolgreich auf Turnieren in Viergang- und Töltprüfungen startete. Als ersten den 15-jährigen Fuchshengst „Hugleikur frá Galtanesi (FIZO 8,19; V: Andvari frá Ey I, B: Pfaffenbuck GbR), der vor allem mit hochweiten Bewegungen in den Grundgangarten und einem ausdrucksvollen Tölt bestach. Dieses gilt ebenso für den 8-jährigen, großrahmigen Rappen „Ari frá Stóra-Hofi“ (FIZO 8,22; V: Þytur frá Neðra-Seli, B: Madeleine Kraus). Zu der Gruppe gesellte sich ein weiterer Rappe, der 7-jährige „Leikur frá Bjargshúsum“ (FIZO 7,99; V: Leiknir frá Vakurstöðum, B: Stefanie Brassel) und der ebenfalls 7-jährige, mausgraue „Örn frá Stóra-Hofi“ (FIZO 8,16; V: Sær frá Bakkakoti, B: Benjamin Martens), ein Halbbruder des oben genannten Ari, deren Mutter „Örk frá Stóra-Hofi“ bereits etliche FIZO-geprüfte Nachkommen vorweisen kann, wobei 5 eine Endnote von 8,0 und besser erreicht haben.

Mehrere fünfgängige Hengste waren ebenfalls vertreten. Thorsten ritt den 12-jährigen Rappen „Hrafnar vom Neuhof“ (FIZO 8,06; V: Rökkvi frá Hárlaugsstöðum; B: Michele Taschew), den 10-jährigen „Heiti vom Lindichwald“ (FIZO 8,14; V: Sjór vom Lindichwald, Z.u.B: Kristina Grunert), ebenfalls ein Rappe und den spektakulären, 7-jährigen Rotfalben „Sómi frá Hólabakki“ (FIZO 8,36; V: Ómur frá Kvistum, B: Meiersberger GbR, Martin Skovsende und Jens Maxheimer). Sómi zeigte neben seinen ausdrucksvollen Gängen auf der Ovalbahn auch schnellen Pass auf der Passbahn.

Sómi frá Hólabakki

Vanessa Reisinger stellte zwei Hengste vor, beide ebenfalls Fünfgänger. Einmal ihr bewährtes Turnierpferd, den 10-jährigen „Spuni vom Pfaffenbuck II“ (FIZO 8,21; V: Safír frá Viðvik, B: Pfaffenbuck GbR), einen mächtigen Mausgrauen, der sowohl als Viergänger als auch fünfgängig erfolgreich ist. Außerdem den 9-jährigen Rappen „Garpur frá Syðra-Garðshorni“ (FIZO 8,31; V: Hróður frá Refsstöðum), der durch seine ausdrucksvollen Gänge bestach.

Garpur frá Syðra-Garðshorni

Das Gestüt Burrishof von Anette Single war mit zwei Hengsten gekommen: dem zu dieser Jahreszeit farblich in der auffallendsten Variante stehenden Braunfarbwechsler „Sprengi-Hvellur vom Burrishof“ (FIZO 8,03; V: Yngri von Kramersbruch, Z.u.B: Anette Single). Er präsentierte sich unter seiner Reiterin gleichmäßig in allen fünf Gängen. Laut Aussage von Frau Single erben über 50% der Nachkommen von Sprengi-Hvellur seine seltene Farbe. Die ersten davon kommen heuer unter den Sattel. Außerdem hatte das Gestüt den 14-jährigen Rappen „Alvar frá Pulu“ (FIZO 8,09; V: Orri frá Þúfu í Landeyjum, B: Anette Single) mitgebracht, der in allen fünf Gängen sehr zuverlässig und sicher vorgestellt wurde.

Sprengi-Hvellur vom Burrishof

Katja Honnefeld, die Besitzerin des 10-jährigen Fuchshengstes „Djákni frá Skriðu“ (FIZO 8,22; V: Moli frá Skriðu), zeigte ihr Pferd in schöner Manier.

Auch Fabian Rittig hatte seinen Hengst dabei, einen 9-jährigen Fuchs mit starkem, hellem Behang, „Sannleikur frá Fossi“ (FIZO: 7,92; V: Glóðafeykir frá Halakóti), der vor allem durch seinen sprudelnden Tölt gefiel.

Sannleikur frá Fossi

Letzter in der Gruppe der Turnierpferde war „Álfur vom Pfaffenbuck II“, (FIZO 8,02; V: Álfasteinn frá Selfossi, B: Alexandra Rahier), vorgestellt von Thorsten. Er zeigte den 8-jährigen, auffallenden Fuchsschecken in einem absolut taktsicheren Tölt mit guter Tempovarianz, raumgreifenden Grundgangarten und kurzen Pass-Sprints.

Álfur vom Pfaffenbuck II

Ein weiterer Schwerpunkt dieser Hengstschau waren Hengste mit Nachkommen:

„Gelmir vom Sommerberg“, ein 13-jähriger Fuchshengst mit Blesse (FIZO 8,34; V: Hrafn vom Schloßberg, B: Alina Walleshauser), geritten von Thorsten war zusammen mit seinem Sohn „Dropi vom Sommerberg“, einem 8-jährigen, eleganten Dunkelfuchs mit sehr ausdrucksvollem Tölt, vorgestellt von Frank Heim, in der Bahn.

Gelmir und Dropi vom Sommerberg

Er ist ein absolutes High-Light: „Vilmundur frá Feti“. Frank Heim vom Vorsenzhof stellte ihn vor, den Landsmótsieger 2006 bei den 5-Jährigen, (Gesamtnote 8,56; Ext: 7,96; RE 8,95; V: Orri frá Þúfu í Landeyjum, B: Vilmundur GbR), Ehrenpreisträger und Gewinner des Sleipnir-Pokals auf dem Landsmót 2014. Auch sein Vater und die Mutter „Vigdis frá Feti“ hatten in Island den Ehrenpreis für Nachkommen erhalten. Zeitgleich zeigte Thorsten einen 7-jährigen Sohn dieses Topvererbers, den Rappen „Viljar frá Lækjarmóti“, der im Jahr 2018 seine FIZO-Prüfung ablegen soll.

Sechs Pferde in der Bahn, alles Rappen, an der Spitze der Vater „Þrottur frá Hvalnesi“ (FIZO 8,31; V: Hjálmar frá Vatnsleysu, B: Kirsten Becker) unter Inga Reisinger, mit 20 Jahren immer noch ein Bild von einem Pferd, daneben sein Sohn „Þáttur vom Pfaffenbuck II“ unter Vanessa und vier weitere junge Pferde, alle im flüssigen Tölt – ein beeindruckendes Bild. Dass die Nachkommen von Þrottur hier alles Rappen waren, ist Zufall; er ist in den Farben durchaus flexibel.

Þróttur frá Hvalnesi (zweiter von rechts) mit Nachkommen

Der letzte Programmpunkt war er: „Svaði frá Hólum“, (Gesamtnote 8,63; Ext. 8,39; RE 8,79, V: Álfur frá Selfossi, B: Carolin Winter und Thorsten Reisinger), 2015 Vizeweltmeister der 6-jährigen Hengste auf der WM in Herning. Thorsten zeigte mit Svaði das ganze Gangpotential, das in diesem großrahmigen Rappen (Stm. 1,51m) steckt.

Svaði frá Hólum

Damit endete eine ausgesprochen informative Hengstschau mit tollen Pferden und schönen, eindrucksvollen Bildern. Viele Zuschauer ließen den Nachmittag bei Waffeln, Kaffee und Kuchen in der Reithalle ausklingen oder schauten noch auf einen längeren Sprung in den Ställen vorbei.

In diesem Bericht sind alle auf der Hengstschau vorgestellten Pferde genannt, die Reihenfolge stimmt mit der tatsächlichen Abfolge jedoch nicht überein.

Julia Schlögel

 

 

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen