Bericht der Bayerischen Island-Fohlentour 2019

Die bayerische Islandfohlentour in ihrem 15. Jahr – seit 2005 wurden 2528 Fohlen auf dieser Veranstaltung bewertet, kaum zu glauben. Heuer fand sie vom 18. bis zum 24. September statt. Das Wetter war schön, nicht zu warm und nur in den letzten beiden Tagen etwas feucht – diese Termine fanden glücklicherweise in der Halle statt, was inzwischen ja an den meisten Orten der Fall ist.
Wie in all den Jahren zuvor wurde die Fohlentour wieder vom IPZB (= Verein der Islandpferdezüchter Bayern e.V.) und dem Bayerischen Zuchtverband für Kleinpferde und Spezialpferderassen e.V. ausgerichtet.

Dank der zeitnahen Erstellung der FEIF-ID Nummern für die Fohlen durch den Zuchtverband ist es kein Problem, die Fohlen online zu melden. So sind die Angaben über das jeweilige Fohlen und seine Abstammung bereits ins Rechenprogramm eingespielt und vor Ort müssen nur noch wenige Änderungen und Ergänzungen für die Erstellung der Urkunden vorgenommen werden. Barbara Lukas, Robert Lukas und Melanie Worbs wechselten sich während der Tour in der Rechenstelle und als Richterschreiber ab, so dass jeder jeden dieser beiden Posten besetzen konnte. Inzwischen werden die Bewertungen der Fohlen direkt während der Prüfung digital erfasst, was aber nicht immer ganz störungsfrei funktioniert, so dass die Einzelnoten und Ergebnisse in der Rechenstelle noch kontrolliert und natürlich auch die Richtersprüche eingegeben werden müssen. Anschließend werden die Urkunden gedruckt und eine Vielzahl von Unterlagen kopiert für Züchter, Zuchtverband und diverse Abschlussberichte. Ulli Reisinger kümmerte sich um alle anfallenden Sonderaufgaben und half dort aus, wo es gerade eng war.

Für die Arbeiten des Zuchtverbandes wechselten sich die beiden Mitarbeiterinnen Sarah Kohl und Angelika Hechenberger ab. Sie setzten den Chip bei den Fohlen, zogen die Haarproben für die Abstammungsüberprüfung, erhoben die Daten und Beschreibungen für den Equidenpass und ergänzten, wo nötig, die Eintragung der Stuten in das jeweilige Stutbuch. Als Richterin konnte für dieses Jahr wieder Marlise Grimm aus dem Großraum Hannover gewonnen werden. Die Fohlenreise, deren Routenplan aufgrund der Anmeldungen für einen Prüfungsort in jedem Jahr neu aufgestellt wird, ist eine Rundreise durch einen großen Teil Bayerns; ungefähr 2500 Kilometer kommen da leicht zusammen. Ein Termin musste in diesem Jahr aus gesundheitlichen Gründen der Pferde abgesagt werden, ein Ersatzort in erreichbarer Entfernung wurde dankenswerter Weise gefunden. Jedoch konnten deshalb einige Fohlen nicht vorgestellt werden.

Die Bewertung der Fohlen erfolgt nach dem Reglement der IPO, der Islandpferde-Prüfungsordnung. Dabei werden die drei Teilaspekte verschieden gewichtet – das Exterieur mit 30%, das Interieur mit 20% und die Gänge/Bewegung mit 50%. Der Züchter erhält für sein Fohlen einen Richtbogen mit vielen Einzelpunkten zu allen Teilaspekten und den drei genannten Teilnoten. Außerdem bekommt er eine Urkunde, die die Abstammung des Fohlens, die Teilnoten, die Gesamtnote und einen erläuternden Richterspruch enthält.

Ab der Gesamtnote 7,90 zeichnet der Zuchtverband ein Fohlen als Prämienfohlen aus, ab 8,10 erhält es den Titel Goldprämienfohlen. Bewertet wurden heuer 132 Fohlen, 69 Hengst- und 63 Stutfohlen. 9 Hengste und 8 Stuten erhielten den Titel Goldprämienfohlen, weitere 40 konnten als Prämienfohlen ausgezeichnet werden, damit waren insgesamt 57 Fohlen, das entspricht 43% in den Prämienrängen.

Selbst kleine Züchter mit nur einem Fohlen können an der Spitze stehen – so auch 2019 wieder einmal: Siegerfohlen der gesamten Tour mit der Endnote 8,29 wurde die Schimmelstute, „Ásta vom Samainhof“. Sie erhielt für ihr Exterieur 8,2, für das Interieur 8,4 und für die Gänge eine 8,3. Ásta, eine Tochter des „Orri von Roetgen“ ist gezogen und im Besitz von Ursula Wohlfahrt, Parsberg. Ihr Richterspruch beschreibt sie als: „Sehr harmonisch gebautes Stutfohlen mit außergewöhnlich geschmeidiger, leichtfüßiger Bewegungsmechanik, immer stolz aufgerichtet mit viel Energie und Tempovarianz, dabei gelassen und ausdrucksvoll.“

Zwei Hundertstel weniger – 8,27 – erreichte das beste Hengstfohlen, „Straumur vom Pfaffenbuck II“, ein Sohn des Rotfalben „Sómi frá Hólabaki“. Für das Exterieur erhielt der Rappe 8,2, für sein Interieur und die Gänge 8,3. Beschrieben wird dieses Fohlen aus der Zucht der Pfaffenbuck GbR in Unterbronnen folgendermaßen: „Feines, temperamentvolles, sehr mutiges Hengstfohlen mit harmonischem Gebäude und sehr guter Gangtrennung, zeigte sich leichtfüßig und gut ausbalanciert in allen Gängen, einschließlich Rennpass.“

An dritter Stelle im Gesamtklassement standen zwei Hengstfohlen „vom Lipperthof“ aus der Zucht von Uli Reber in Wurz. Ihre Bewertung: Exterieur 8,3 – Interieur 8,3 – Gänge 8,2 – das ergibt die Endnote 8,25. Der Rappe „Normann vom Lipperthof“ (V: Bassi frá Efri-Fitjum) wird beschrieben als: „Elegantes, langliniges, sehr wohlproportioniertes Hengstfohlen mit geschmeidigen, hochweiten Bewegungen. Zeigte sich mit außergewöhnlich viel Ausstrahlung.“ Der Richterspruch des Fuchsschecken „Lárus vom Lipperthof“ (V: Álfasteinn frá Selfossi) lautet: „Außergewöhnlich harmonisch gebautes, elegantes Hengstfohlen mit enormer Präsenz, bewegte sich mit akzentuierten, kraftvollen Bewegungen und hoher Tempofähigkeit besonders im Trab.“

In der Gesamtaufstellung an vierter Stelle, zweitplaziert bei den Stutfohlen war mit der Note 8,23 die Rappstute „Móna Lísa vom Lipperthof“ (V: Bassi frá Efri-Fitjum). Ihr Richterspruch beschreibt sie als: „Ausdrucksvolles, imposantes Stutfohlen mit sehr harmonischem Gebäude und geschmeidigen, raumgreifenden Bewegungen sowie enormer Tempofähigkeit im Trab, zeigte viel Tölt in den Übergängen.“

41 Stuten und ein Wallach (aus Interesse des Besitzers) wurden in der Basisprüfung vorgestellt. Sie wird mit denselben Noten und Gewichtungen berechnet wie die Prüfung der Fohlen. Die Endnote dient dem Zuchtverband zur Eintragung in das entsprechende Zuchtbuch. An der Spitze stand mit der Endnote 8,15 die 4-jährige Schimmelstute „Emilía vom Steinwald“ (V: Stáli frá Ytri-Bægisá I), gezogen und im Besitz von Daniela Prößl. Zweitplatziert war mit 8,13 ebenfalls eine 4-jährige, die braune „Fína von Hagendorf“ (V: Kvistur frá Ólafsvöllum, Z.u.B: Susanna Dedecek), drittplaziert wurde mit 8,07 die 5-jährige Schimmelstute „Elfa vom Samainhof“, (V: Holdbori vom Wiesenhof, Z.u.B: Ursula Wohlfahrt). Elfa ist die Mutter des Siegerfohlens Ásta.

Im Rahmen der Fohlentour fand am Montag, dem 23.09. auf dem Gestüt Lindenhöhe in Wertheim eine IPO-Jungpferdeprüfung statt, die die Voraussetzung für die Körung von Islandhengsten ist.

Hierfür sind zwei Richter nötig: mit Marlise Grimm richtete Claudia Eikermann. (Noten und Gewichtungen sind wie bei der Fohlenprüfung). Zur Bewertung kamen drei 3-jährige Junghengste und zwei 4-jährige Jungstuten. Alle drei Hengste erreichten oder übertrafen die für die Körung notwendige Mindestnote von 7,8. Zwei wurden zur Körung vorgestellt. Außerdem konnten an verschiedenen Prüfungsorten während der Tour fünf ältere, bereits geprüfte Hengste eingetragen werden. (siehe eigener Bericht).

Die Fahrtroute: Mittwoch, 18.09. Friedberg, Reitstall Herrmann (8 Fohlen, 5 Basispr.) und
Hohenlinden, Am Törring (27 Fohlen, 10 Basispr.)
Donnerstag, 19.09. Adlkofen, Oedhof (9 Fohlen, 4 Basispr.) und
Traitsching, Hagendorf (7 Fohlen, 4 Basispr.)
Freitag, 20.09. Weidenberg, Steinachtal (8 Fohlen, 1 Basispr.) und
Kemnath, Steinwaldhof (10 Fohlen, 3 Basispr.)
Samstag, 21.09. Wurz, Lipperthof (16 Fohlen, 2 Basispr.) und
Muttenshofen, Grafenbuch (5 Fohlen, 2 Basispr.)
Sonntag, 22.09. Unterbronnen, Pfaffenbuck II (20 Fohlen, 1 Basisipr.)
Montag 23.09. Wertheim, Lindenhöhe (8 Fohlen, 2 Basispr.
5 IPO-Jungpferdeprüfungen)
Dienstag, 24.09. Wildflecken, Ziegelhof (14 Fohlen, 6 Basispr.)

Ein herzliches Dankeschön an alle Hofbesitzer, die ihre Anlage für Sammeltermine zur Verfügung stellten. Jedem Züchter gratulieren wir an dieser Stelle zu seinem, seinen Fohlen und wünschen ihm für die weitere Aufzucht viel Glück.

Goldprämienfohlen – Hengste:

Straumur v. Pfaffenbuck II, V: Sómi frá Hólabaki, Z.u.B: Pfaffenbuck GbR, Note: 8,27
Normann vom Lipperthof, V: Bassi frá Efri-Fitjum, Z.u.B: Uli Reber, Note: 8,25
Lárus vom Lipperthof, V: Álfasteinn frá Selfossi, Z.u.B: Uli Reber, Note 8,25
Óðinn vom Kernhof, V: Ottó frá Höfða, Z.u.B: Kernhof GbR, Note: 8,20
Rodi vom Berghof, V: Kiljan frá Hvammi II, Z.u.B: Thomas Glück, Note: 8,18
Óskasteinn von Hagenbuch, V: Spóliant vom Lipperthof, Z.u.B: Elke Handtmann, Note: 8,13
Snillingur vom Eisbach, V: Loftfari vom Eisbach, Z: Silke Veith, B: Julian Veith, Note: 8,12
Spaði vom Pfaffenbuck II, V: Svaði frá Hólum, Z.u.B: Pfaffenbuck GbR, Note: 8,10
Fágætur von der Ellbachhöhe, V: Kanslari v.Panoramahof, Z.u.B: Silvia Baumgartner, Note: 8,10

Goldprämienfohlen – Stuten:

Ásta vom Samainhof, V: Orri von Roetgen, Z.u.B: Ursula Wohlfahrt, Note 8,29
Móna Lisa vom Lipperthof, V: Bassi frá Efri-Fitjum, Z.u.B: Uli Reber, Note: 8,23
Sábina vom Lipperthof, V: Álfasteinn frá Selfossi, Z.u.B: Uli Reber, Note: 8,22
Þórdís vom Riggau, V: Þórálfur frá Prestsbæ, Z.u.B: Dr. Hubert Braun, Note: 8,19
Svava von Vetri, V: Svaði frá Hólum, Z.u.B: Christina und Carolin Winter, Note: 8,15
Kria von der Ilkahöhe, V: Næsill frá Sydra-Kolugili, Z.u.B: Eva Sirch, Note: 8,13
Lýsing von Eftirlaeti, V: Krani frá Hofi, Z.u.B: Marco Tränkenschuh, Note: 8,12
Keila von Hammersdorf, V: Eyður frá Halakoti, Z.u.B: Villi Einarsson u. Eva Menzinger, Note: 8,10

Julia Schlögel

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