Islandpferdezüchter Bayern e. V.

13 war keine Unglückszahl: so viele Prämien- und Goldprämienfohlen wie in diesem Jahr gab es noch auf keiner Island-Fohlentour in Bayern. Nur das Wetter meinte es in der Zeit vom 12. bis 19. September nicht allzu gut. Immer wieder Regenschauer, da freuten sich alle Beteiligten über Termine in einer Halle.

Wie in den Jahren zuvor wurde die Fohlentour wieder vom IPZB (= Islandpferdezüchter Bayern e.V.) und dem Bayerischen Zuchtverband für Kleinpferde und Spezialpferderassen e.V. ausgerichtet.

Inzwischen meldet nahezu jeder Züchter online, so dass die Angaben zu den Pferden bereits ins Rechenprogramm eingespielt sind und vor Ort nur noch wenige Änderungen für die Erstellung der Urkunden vorgenommen werden müssen. Die Rechenstelle während der Tour bediente, wie auch im letzten Jahr Robert Lukas. Er druckte die Urkunden aus und kopierte eine Vielzahl von Unterlagen für Züchter, Zuchtverband und diverse Abschlussberichte. Außerdem stellte er sich als Fahrer des Mannschaftsautos zur Verfügung und legte dabei ungefähr 2000 km am Steuer zurück. Barbara Lukas hatte im Vorfeld jede Menge Fragen und e-mails zur Meldung und zur Vorstellung der Pferde beantwortet und das Computerprogramm laufend auf den aktuellen Stand ergänzt. Während der Tour stellte sie sich als über die Jahre sehr versierte Richterschreiberin zur Verfügung. Ulli Reisinger kümmerte sich um alle anfallenden Sonderaufgaben und half dort aus, wo es gerade eng war. Richterin war heuer wieder Barbara Frische, FIZO-Richterin und IPZV-Materialrichterin. Ab dem zweiten Tag war Sarah Kohl, Mitarbeiterin des Zuchtverbandes dabei. Sie setzte den Chip bei den Fohlen, erhob die Daten und Beschreibungen für den Equidenpass und ergänzte, wo nötig, im Equidenpass die Eintragung der Stuten in das jeweilige Stutbuch. Am ersten Tag hatte Stephanie Zweckl diesen Posten übernommen.

Ab der Gesamtnote 7,90 zeichnet der Zuchtverband ein Fohlen als Prämienfohlen aus, ab 8,10 erhält es den Titel Goldprämienfohlen. Bewertet wurden 77 Hengst- und 85 Stutfohlen, also insgesamt 162 Fohlen: 29 Fohlen erhielten den Titel Goldprämienfohlen, weitere 70 konnten als Prämienfohlen ausgezeichnet werden. Gut 61% der Fohlen erreichten damit die Prämierungsränge, ein fantastisches Gesamtergebnis. In einem kurzen Gespräch am Ende der Tour merkte Barbara an, dass gute Endnoten nicht nur über die Gangqualität, die ja 50% der Gesamtnote ausmacht, erreicht wurden, sondern in etlichen Fällen Fohlen mit sehr korrektem, funktionalem, ansprechendem Gebäude (30%) und positivem Interieur (20%) vorgestellt wurden und dadurch auch bei einer etwas schwächeren Gangnote noch zu sehr guten Gesamtergebnissen kamen. Außerdem stellte sie fest, dass qualitätvolle Fohlen nicht nur auf großen Betrieben zu finden sind, sondern sich die Zucht auch in der Breite wesentlich verbessert hat. Züchter mit nur einem oder wenigen Fohlen erreichten mit ihren Tieren zum Teil ausgesprochen gute Ergebnisse. Bestes Beispiel ist das Siegerfohlen der Tour 2017; es war das einzige Fohlen in diesem Jahr aus dieser Zuchtstätte.

Viktor von der Hirschquelle“ erreicht mit 8,3 das beste Gesamtergebnis in Bayern und führt bei den Fohlenbewertungen in ganz Deutschland die Reihe der Hengstfohlen an. Bei den Stutfohlen steht im gesamtdeutschen Vergleich ein Fohlen aus Baden-Württemberg, ebenfalls mit der Gesamtnote 8,3 an erster Stelle.

Zurück nach Bayern: „Viktor“, ein Sohn des „Viktor fra Diisa“ erhielt für jeden der Bereiche Exterieur, Interieur und Gänge die Teilnote 8,3. Sein Richterspruch beschreibt in als: „Besonders elegantes Fünfgangfohlen mit schlankem, sehr gut geformtem Hals, hoher Aufrichtung, sehr guten Bewegungen in Trab, Tölt und Rennpass, viel Tempo, sehr gelaufenem Galopp, schönen Proportionen und feinsensiblem Temperament.“ Züchterin und Besitzerin dieses hoffnungsvollen Hengstfohlens ist Inge Wirth aus Heilsbronn. An zweiter Stelle in der Reihe der Hengstfohlen steht der dunkelbraune „Hnokki vom Ullersberg“ mit der Endnote 8,28. Für Exterieur und Gänge erhielt er jeweils 8,3, für das Interieur 8,2. Gezogen ist dieser Sohn des „Spóliant vom Lipperthof“ von Eva Kurz aus Ursensollen. Sein Richterspruch lautet: „Sehr weit entwickeltes, elegant und kräftig gebautes Fünfgangfohlen mit ganz hoher Aktion und energischem Anwinkeln der Beine, viel Rhythmus und Tempo in Trab und Tölt, viel Persönlichkeit, gut eingesetzter Hinterhand und viel fließender Energie.“ Das beste Stutfohlen war in der Gesamtreihenfolge mit 8,25 an vierter Stelle: „Drífa von Hagenbuch“, eine Tochter des „Álfasteinn frá Selfossi“. Drífa erhielt für Exterieur und Interieur 8,3 und für die Gänge 8,2. Die von Elke Handtmann aus Biberbach gezogene Stute wird im Richterspruch folgendermaßen beschrieben: „Typvolles Fohlen mit besonders schöner Genickhaltung, großen Bewegungen aus der Schulter, viel Tempo und ganz hoher Elastizität bei gutem Temperament und sehr kooperativem Charakter.“ Zweite in der Reihe der Stutfohlen mit 8,23 gesamt ist „Ída vom Ruderbach“, gezogen und im Besitz von Anja Weber-Gier aus Üxheim. Die Fuchsfalbschecke Ída ist eine Tochter von „Álfur vom Pfaffenbuck II“. Sie erhielt für das Exterieur 8,2, für das Interieur 8,1 und für die Gänge 8,3. Ihr Richterspruch lautet: „Elegantes, langliniges Fohlen mit hochweit akzentuierten Bewegungen, gleichviel Schub- und Tragkraft bei großer Tempofähigkeit und besonders harmonischem Gebäude.“

Drei Fohlen erhielten in einer Einzelnote eine 8,4

Nachdem diese Note so selten erreicht wird, soll sie hier besonders erwähnt werden. Für ihre Gangveranlagung bekamen die 8,4 die beiden Hengstfohlen „Askur vom Riggau“ und „Fáni vom Ullersberg“. Für sein Interieur erhielt die 8,4 „Sindri vom Pfaffenbuck II“.

47 Stuten und 1 Hengst wurden in der Basisprüfung vorgestellt. Sie wird mit denselben Noten und Gewichtungen berechnet wie die Prüfung der Fohlen. Die Endnote dient dem Zuchtverband zur Eintragung in das entsprechende Zuchtbuch (bei dem 3-jährigen Hengst als Information für den Besitzer). An der Spitze mit der Endnote 8,26 stand die 3-jährige „Spes von Hammersdorf“ (V: Spóliant vom Lipperthof), gezogen und im Besitz von Eva Menzinger und Villi Einarsson, Buch am Buchrain. Ihre Einzelnoten: Exterieur 8,1- Interieur 8,4! – Gänge 8,3. Zweitplatziert mit 8,19 war „Auðlind frá Pétursbergi“, (V: Álffinnur frá Syðri-Gegnishólum), geboren 2012 in Island und im Besitz von Stephanie Wagner, Adlkofen. Auf dem dritten Platz mit 8,17 folgte die 3-jährige „Óskadís von Hagendorf“ (V: Álfasteinn frá Selfossi). Sie ist im Besitz ihrer Züchterin Susanna Dedecek, Traitsching.

Im Rahmen der Fohlentour fand am Freitag, dem 15.09. auf dem Gestüt Vindmylla in Regenstauf eine IPO-Jungpferdeprüfung statt, die die Voraussetzung für die Körung von Islandhengsten ist. Hierfür sind zwei Richter nötig: mit Barbara Frische richtete Claudia Eikermann. (Noten und Gewichtungen sind wie bei der Fohlenprüfung). Vorgestellt wurden zwei 3-jährige Junghengste und 11 Jungstuten. Beide Hengste übertrafen die für die Körung notwendige Mindestnote; gekört wurde: „Krákur vom Störblick“ (siehe weiter unten). Bei den Stuten erreichte mit der Endnote 7,85 die 3-jährige „Elfa von Vindmyla“ aus der Zucht von Andrea Weber das höchste Endergebnis.

Die Fahrtroute:

Dienstag, 12.09. Egling, Schönberg

Mittwoch, 13.09. Steinhöring, Etzenberg und Buch a. Buchrain, Hammersdorf

Donnerstag, 14.09. Adlkofen, Oedhof und Traitsching, Hagendorf

Freitag, 15.09. Regenstauf, Vindmylla

Samstag, 16.09. Wurz, Lipperthof

Sonntag, 17.09. Unterbronnen, Pfaffenbuck II

Montag, 18.09.  Wertheim, Lindenhöhe und Wildflecken, Ziegelhof

Dienstag, 19.09. Weidenberg, Steinachtal und Ursensollen, Ullersberg

Ein herzliches Dankeschön an alle Hofbesitzer, die ihre Anlage für Sammeltermine zur Verfügung stellten. Jedem Züchter gratulieren wir an dieser Stelle zu seinem, seinen Fohlen und wünschen ihm für die weitere Aufzucht viel Glück.

 

Goldprämienfohlen – Hengste:

Viktor von der Hirschquelle, Foto: Christian Müllner – tierfoto-cm.de

Viktor von der Hirschquelle, V: Viktor fra Diisa, Z.u.B: Inge Wirth, Note: 8,30

Hnokki vom Ullersberg, V: Spóliant vom Lipperthof, Z.u.B: Eva Kurz, Note: 8,28

Appolló vom Lipperthof, V: Álfasteinn frá Selfossi, Z.u.B: Uli Reber, Note: 8,26

Hágangur vom Lipperthof, V: Spóliant vom Lipperthof, Z.u.B: Uli Reber, Note: 8,25

Askur vom Riggau, V: Álfasteinn frá Selfossi, Z.u.B: Hubert Braun, Note: 8,24

Fáni vom Ullersberg, V: Álfasteinn frá Selfossi, Z.u.B: Eva Kurz, Note: 8,23

Heimdallur von Hagenbuch, V: Forkur frá Breiðabólsstað, B: Uli Reber, Note: 8,19

Berti vom Stegberg, V: Bjór von Hagendorf, Z.u.B: Anja Huber, Note: 8,19

Sindri vom Pfaffenbuck II, V: Svaði frá Hólum, Z.u.B: Pfaffenbuck GbR, Note: 8,18

Þrumari vom Pfaffenbuck II, V: Þróttur frá Hvalnesi, Z.u.B: Pfaffenbuck GbR, Note: 8,17

Uggi von Hagenbuch, V: Álfasteinn frá Selfossi, Z.u.B: Elke Handtmann, Note: 8,16

Óskar von Oed, V: Ómur frá Kvistum, Z.u.B: Stephanie Wagner, Note: 8,14

Artus vom Lipperthof, V: Álfasteinn frá Selfossi, Z.u.B: Uli Reber, Note: 8,13

Kolur vom Etzenberg, V: Klettur frá Hvammi, Z.u.B: Marianne Drechsel, Note: 8,12

Heðinn vom Etzenberg, V: Klettur frá Hvammi, Z.u.B: Marianne Drechsel, Note: 8,12

Alvar von Oed, V: Andvari frá Auðsholtshjáleigu, Z.u.B: Stephanie Wagner, Note: 8,10

Dagfari vom Hinterdietzberg, V: Bjór von Hagenbuch, Z.u.B: Diana Brunner, Note: 8,10

Goldprämienfohlen – Stuten:

Drífa von Hagenbuch, Foto: Claudia Achilles – www.toeltpixel.de

Drífa von Hagenbuch, V: Álfasteinn frá Selfossi, Z.u.B: Elke Handtmann, Note: 8,25

Ída vom Ruderbach, V: Álfur vom Pfaffenbuck II, Z.u.B: Anja Weber-Gier, Note: 8,23

Akademía vom Lipperthof, V: Álfasteinn frá Selfossi, Z.u.B: Uli Reber, Note: 8,21

Ágústína vom Lipperthof, V: Álfasteinn frá Selfossi, Z.u.B: Uli Reber, Note: 8,20

Óratoría vom Lipperthof, V: Spóliant vom Lipperthof, Z.u.B: Uli Reber, Note: 8,20

Ljóska von Oberbiberg, V: Mjölnir frá Hlemmiskeiði 3, Z.u.B: Kathrin Berzau, Note: 8,20

Anastasía vom Lipperthof, V: Álfasteinn frá Selfossi, Z.u.B: Uli Reber, Note: 8,17

Agneta vom Lipperthof, V: Álfasteinn frá Selfossi, Z.u.B: Uli Reber, Note: 8,15

Gáta von der Steinleite, V: Álfasteinn frá Selfossi, Z.u.B: Werner Hauer, Note: 8,12

Alma von Vetri, V: Svaði frá Hólum, Z.u.B: Carolin Winter, Note: 8,12

Berglind v.Pfaffenbuck II, V: Hafsteinn v.Pfaffenbuck II, Z.u.B: Pfaffenbuck GbR, Note: 8,12

Galsína von der Igelsburg, V: Viðir frá Prestbakka, Z.u.B: Eva Kurz, Note: 8,10

Gekörter Junghengst, eingetragen in das Hengstbuch I in Bayern:

Krákur vom Störblick, *2014, Rappe, Note: 7,90

V: Oscar fra Ærtebjerg,  MV: Ericsson von Osterbyholz

Z: Lena Böge

B: Manuela Zink, 94474 Vilshofen

Julia Schlögel